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Modernes Hosting von .NET-Anwendungen: OnPremise, Kubernetes, AWS und Azure

Die Wahl der richtigen Hosting-Umgebung ist entscheidend für Performance, Skalierbarkeit und Kosten Ihrer .NET-Anwendungen. Dieser umfassende Vergleich hilft Ihnen, die optimale Lösung für Ihre Anforderungen zu finden – von OnPremise über Kubernetes bis zu Cloud-Plattformen.

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.NET Cloud Kubernetes AWS Azure Hosting

Modernes Hosting von .NET-Anwendungen: OnPremise, Kubernetes, AWS und Azure

Die Entscheidung, wo und wie Sie Ihre .NET-Anwendungen hosten, gehört zu den strategisch wichtigsten Architekturentscheidungen. Sie beeinflusst nicht nur die technische Performance und Skalierbarkeit, sondern auch Betriebs kosten, Entwicklerproduktivität, Sicherheit und Compliance. In der Ära von Cloud-Native-Architekturen und Container-Orchestrierung haben Unternehmen heute mehr Optionen als je zuvor – was die Entscheidung gleichzeitig komplexer macht.

Einführung: Die Bedeutung strategischer Hosting-Entscheidungen

Während früher die Frage „Wo hosten wir unsere Anwendung?" meist mit „Auf unseren Servern im Rechenzentrum" beantwortet wurde, stehen heute vielfältige Optionen zur Verfügung, jede mit eigenen Vor- und Nachteilen.

Die Evolution des Application Hosting

Phase 1: Bare Metal Servers (1990er-2000er) Anwendungen liefen direkt auf physischen Servern. Skalierung bedeutete neue Hardware kaufen und manuell konfigurieren. Deployment war komplex und fehleranfällig.

Phase 2: Virtualisierung (2000er-2010er) VMware, Hyper-V und KVM ermöglichten bessere Ressourcennutzung durch virtuelle Maschinen. Skalierung wurde flexibler, aber Deployment blieb komplex.

Phase 3: Cloud IaaS (2010er) AWS EC2, Azure VMs – on-demand virtuelle Maschinen aus der Cloud. Elastizität und Pay-as-you-go-Modelle. Infrastruktur-Management blieb Verantwortung des Kunden.

Phase 4: Containers und Orchestrierung (2015+) Docker und Kubernetes revolutionierten Deployment. Anwendungen laufen in isolierten, portablen Containern. Orchestrierung automatisiert Scaling, Self-Healing, Load Balancing.

Phase 5: Serverless und PaaS (aktuell) AWS Lambda, Azure Functions, Azure App Services – Infrastruktur-Abstraktion auf höchstem Level. Entwickler deployen Code, Plattform managed alles andere.

Warum die Entscheidung strategisch ist

Die Hosting-Wahl beeinflusst:

Total Cost of Ownership (TCO): OnPremise erfordert hohe Capital Expenditure, Cloud ist Operating Expenditure. Die langfristigen Kosten unterscheiden sich dramatisch.

Operational Complexity: Manche Lösungen erfordern dedizierte Platform-Engineering-Teams, andere minimieren operativen Aufwand.

Skalierbarkeit: Wie schnell können Sie auf Lastspitzen reagieren? Stunden (OnPremise) vs. Sekunden (Cloud/Kubernetes)?

Developer Experience: Wie einfach ist es für Entwickler, zu deployen und zu testen? Dev/Prod-Parity?

Compliance und Data Sovereignty: Regulatorische Anforderungen können bestimmte Optionen ausschließen.

Vendor Lock-in: Wie abhängig werden Sie von einem spezifischen Provider?

Skills und Expertise: Welche Skills hat Ihr Team? Welche sind Sie bereit aufzubauen?

OnPremise Hosting: Volle Kontrolle, volle Verantwortung

OnPremise Hosting bedeutet, dass Sie Ihre eigene Hardware in eigenen oder co-located Rechenzentren betreiben.

Architektur und Komponenten

Traditionelles OnPremise .NET Setup:

[Load Balancer] → [Web-Server-Farm (IIS)] → [App-Server-Farm] → [Database Cluster]
                                                                          ↓
                                                                    [Storage (SAN)]

Moderne OnPremise Container-basiert:

[Hardware Cluster]
    ├── Kubernetes Master Nodes
    ├── Kubernetes Worker Nodes
    │   ├── .NET Container Pods
    │   ├── Database Pods (StatefulSets)
    │   └── Storage (Persistent Volumes)
    └── Monitoring & Logging Stack

Vorteile von OnPremise

1. Vollständige Kontrolle: Sie kontrollieren jeden Aspekt der Infrastruktur – Hardware-Auswahl, Network-Konfiguration, Sicherheitsrichtlinien. Keine Limitierungen durch Cloud-Provider.

2. Compliance und Data Sovereignty: Für hochregulierte Industrien (Finanz, Gesundheit, Verteidigung) oft Voraussetzung. Daten verlassen nie Ihre Kontrolle.

3. Vorhersehbare Kosten (langfristig): Nach initialer Investment sind Betriebskosten relativ stabil. Keine Überraschungen durch Cloud-Rechnungen.

4. Optimierung für spezifische Workloads: Sie können Hardware exakt auf Ihre Anforderungen zuschneiden. Spezial-Hardware (GPUs, FPGAs) ohne Cloud-Preispremium.

5. Network-Latenz: Für Anwendungen mit extrem niedrigen Latenz-Anforderungen oder großen Datenvolumen zwischen Services kann OnPremise optimal sein.

6. Keine Vendor-Lock-in-Risiken: Keine Abhängigkeit von Cloud-Provider-spezifischen Services.

Nachteile und Herausforderungen

1. Hohe Capital Expenditure: Signifikante Vorabinvestition in Hardware, Rechenzentrum, Netzwerk. Typisch: €100.000 - €1.000.000+ für kleine bis mittlere Setups.

2. Operational Overhead: Dediziertes Team nötig für:

  • Hardware-Wartung
  • Netzwerk-Management
  • Security-Patching
  • Kapazitätsplanung
  • Disaster Recovery

3. Skalierungs-Inflexibilität: Neue Kapazität erfordert Hardware-Procurement (Wochen bis Monate). Unter-/Über-Provisionierung sind häufig.

4. Langsamere Innovation: Neue Technologien müssen intern evaluiert, gekauft, installiert werden. Cloud-Provider bieten instant access zu latest tech.

5. Disaster Recovery Complexity: Eigenes DR-Rechenzentrum erfordert doppelte Infrastruktur-Investment.

6. Veraltung: Hardware veraltet. Alle 3-5 Jahre Refresh-Zyklen nötig.

Wann macht OnPremise Sinn?

OnPremise ist die richtige Wahl wenn:

  • Strikte Compliance-Anforderungen OnPremise vorschreiben
  • Vorhersehbare, konstante Last vorliegt (kein Bedarf für elastisches Scaling)
  • Extrem sensible Daten die höchste Kontrolle erfordern
  • Sehr hohe Datenvolumen zwischen Services (Cloud-Egress wäre zu teuer)
  • Langfristig stabile Workloads (Cloud-TCO kann höher sein über 5+ Jahre bei konstanter Last)
  • Spezial-Hardware benötigt wird

Best Practices

  1. Infrastructure as Code: Auch OnPremise sollte IaC nutzen (Terraform, Ansible)
  2. Container-Orchestrierung: Kubernetes OnPremise für Deployment-Flexibilität
  3. Monitoring & Observability: Investieren Sie in umfassendes Monitoring (Prometheus, Grafana)
  4. Automation: Automatisieren Sie alles – Provisioning, Deployment, Scaling
  5. Hybrid-Cloud Readiness: Design als ob Cloud-Migration möglich sein könnte

Kubernetes Hosting: Container-Orchestrierung par excellence

Kubernetes hat sich zum De-facto-Standard für Container-Orchestrierung entwickelt. Es kann OnPremise, in der Cloud oder hybrid betrieben werden.

Kubernetes-Architektur für .NET

┌─────────────── Kubernetes Cluster ───────────────┐
│                                                    │
│  ┌────────── Control Plane ──────────┐          │
│  │  - API Server                      │          │
│  │  - Scheduler                       │          │
│  │  - Controller Manager              │          │
│  │  - etcd (State Storage)            │          │
│  └────────────────────────────────────┘          │
│                                                    │
│  ┌────────── Worker Nodes ──────────────────────┐│
│  │                                                ││
│  │  Node 1:                                       ││
│  │    ├── .NET API Pod (Replicas: 3)             ││
│  │    ├── Background Worker Pod                  ││
│  │    └── Ingress Controller                     ││
│  │                                                ││
│  │  Node 2:                                       ││
│  │    ├── .NET API Pod (Replicas: 3)             ││
│  │    ├── Redis Cache Pod                        ││
│  │    └── Monitoring Agents                      ││
│  │                                                ││
│  │  Node 3:                                       ││
│  │    ├── SQL Server Pod (StatefulSet)           ││
│  │    └── Persistent Storage Volumes             ││
│  │                                                ││
│  └────────────────────────────────────────────────┘│
│                                                    │
│  ┌────────── Add-ons ──────────────┐            │
│  │  - Ingress (NGINX/Traefik)      │            │
│  │  - Service Mesh (Istio/Linkerd) │            │
│  │  - Monitoring (Prometheus)       │            │
│  │  - Logging (EFK Stack)           │            │
│  └──────────────────────────────────┘            │
└────────────────────────────────────────────────────┘

Vorteile von Kubernetes

1. Portabilität: "Build once, run anywhere" – Container laufen identisch auf Development-Laptop, OnPremise-Cluster oder Cloud. Vermeidet Vendor-Lock-in.

2. Deklarative Konfiguration: Sie beschreiben desired state, Kubernetes macht es wahr:

apiVersion: apps/v1
kind: Deployment
metadata:
  name: dotnet-api
spec:
  replicas: 5
  template:
    spec:
      containers:
      - name: api
        image: myregistry/dotnet-api:v1.2.3
        resources:
          requests:
            memory: "256Mi"
            cpu: "500m"
          limits:
            memory: "512Mi"
            cpu: "1000m"

Kubernetes stellt sicher, dass immer 5 Replicas laufen, managed Rolling Updates, Self-Healing.

3. Automatisches Scaling:

Horizontal Pod Autoscaler: Skaliert Pods basierend auf CPU, Memory oder Custom Metrics:

apiVersion: autoscaling/v2
kind: HorizontalPodAutoscaler
metadata:
  name: dotnet-api-hpa
spec:
  scaleTargetRef:
    apiVersion: apps/v1
    kind: Deployment
    name: dotnet-api
  minReplicas: 3
  maxReplicas: 20
  metrics:
  - type: Resource
    resource:
      name: cpu
      target:
        type: Utilization
        averageUtilization: 70

Cluster Autoscaler: Fügt automatisch Nodes hinzu wenn Pods nicht scheduled werden können.

4. Self-Healing: Kubernetes erkennt und replaced ausgefallene Pods automatisch. Health Checks (Liveness, Readiness Probes) stellen sicher, dass nur gesunde Pods Traffic erhalten.

5. Rolling Updates und Rollbacks: Zero-Downtime-Deployments durch schrittweisen Update von Pods. Bei Problemen automatischer Rollback.

6. Service Discovery und Load Balancing: Interne Services finden sich gegenseitig automatisch. Load Balancing ist eingebaut.

7. Secrets und Config Management: Sichere Speicherung von Credentials, Trennung von Config und Code.

8. Multi-Tenancy: Mehrere Anwendungen/Teams können sich einen Cluster teilen mit Resource Quotas und Namespaces.

Herausforderungen

1. Komplexität: Kubernetes ist mächtig aber komplex. Steile Lernkurve für Teams.

2. Operational Overhead (self-managed): Wenn Sie Kubernetes selbst betreiben (OnPremise oder auf Cloud-VMs), ist der operationale Aufwand erheblich:

  • Cluster-Upgrades
  • Certificate-Management
  • Networking (CNI-Plugins)
  • Storage (CSI-Drivers)
  • Security-Hardening
  • Disaster Recovery

3. Resource-Overhead: Control Plane und System Pods konsumieren Ressourcen. Nicht effizient für sehr kleine Deployments.

4. Cost Management: Ohne proaktives Management können Kosten außer Kontrolle geraten (besonders in Cloud).

5. Debugging-Komplexität: Fehlersuche in verteilten, containerisierten Systemen ist schwieriger als bei monolithischen Apps.

Kubernetes-Optionen

Self-Managed OnPremise:

  • Bare-Metal-Installation (kubeadm, kops)
  • Volle Kontrolle, voller Aufwand
  • Tools wie Rancher, OpenShift können helfen

Self-Managed Cloud:

  • Kubernetes auf Cloud-VMs (EC2, Azure VMs)
  • Flexibel aber operational aufwendig
  • Typisch für spezielle Anforderungen

Managed Kubernetes Services:

  • AWS EKS (Elastic Kubernetes Service)
  • Azure AKS (Azure Kubernetes Service)
  • Google GKE (Google Kubernetes Engine)
  • DigitalOcean Kubernetes
  • Control Plane wird gemanagte, Sie kümmern sich nur um Worker Nodes
  • Empfehlung für die meisten Use-Cases

Best Practices für .NET auf Kubernetes

1. Optimize Container Images:

# Multi-stage build für kleinere Images
FROM mcr.microsoft.com/dotnet/sdk:8.0 AS build
WORKDIR /src
COPY ["MyApi/MyApi.csproj", "MyApi/"]
RUN dotnet restore "MyApi/MyApi.csproj"
COPY . .
WORKDIR "/src/MyApi"
RUN dotnet build "MyApi.csproj" -c Release -o /app/build
RUN dotnet publish "MyApi.csproj" -c Release -o /app/publish

# Runtime image (deutlich kleiner)
FROM mcr.microsoft.com/dotnet/aspnet:8.0
WORKDIR /app
COPY --from=build /app/publish .
ENTRYPOINT ["dotnet", "MyApi.dll"]

Result: SDK image ~700MB, Runtime image ~200MB

2. Health Checks implementieren:

builder.Services.AddHealthChecks()
    .AddCheck("self", () => HealthCheckResult.Healthy())
    .AddSqlServer(connectionString)
    .AddRedis(redisConnection);

app.MapHealthChecks("/health/live", new() {
    Predicate = (check) => check.Name == "self"
});
app.MapHealthChecks("/health/ready", new() {
    Predicate = (check) => check.Name != "self"
});

3. Resource Requests & Limits setzen: Verhindern Sie, dass ein Pod den gesamten Node aushungert:

resources:
  requests:
    memory: "512Mi"
    cpu: "500m"
  limits:
    memory: "1Gi"
    cpu: "2000m"

4. Structured Logging: Kubernetes scraped stdout/stderr. Nutzen Sie structured logging (Serilog):

Log.Logger = new LoggerConfiguration()
    .WriteTo.Console(new JsonFormatter())
    .CreateLogger();

5. Externalize Configuration:

apiVersion: v1
kind: ConfigMap
metadata:
  name: api-config
data:
  ASPNETCORE_ENVIRONMENT: "Production"
  LogLevel__Default: "Information"
---
apiVersion: v1
kind: Secret
metadata:
  name: api-secrets
type: Opaque
data:
  ConnectionString: <base64-encoded>

Hosting auf AWS: Die umfassendste Cloud-Plattform

AWS bietet das breiteste Spektrum an Services und ist marktführend bei Cloud-Infrastructure.

AWS-Services für .NET-Anwendungen

1. Amazon EC2 (Elastic Compute Cloud): Virtuelle Maschinen on-demand.

Use Case: Maximum Control, Legacy-Apps, spezielle Requirements Aufwand: Hoch (Sie managen OS, Patches, Scaling) Kosten: Pay-per-hour, Reserved Instances für Savings

2. Amazon ECS (Elastic Container Service): AWS-proprietary Container-Orchestrierung.

Use Case: Container ohne Kubernetes-Komplexität AWS Fargate: Serverless Container (kein Server-Management) AWS EC2: Container auf self-managed EC2-Instances Aufwand: Medium Integration: Exzellent mit anderen AWS-Services

3. Amazon EKS (Elastic Kubernetes Service): Managed Kubernetes.

Use Case: Kubernetes mit AWS-Integration Aufwand: Medium (Control Plane managed, Worker Nodes von Ihnen oder via Fargate) Portabilität: Hoch (Standard Kubernetes)

4. AWS Lambda: Serverless Functions.

Use Case: Event-driven, sporadische Workloads, Microservices .NET Support: Ja (.NET 8 Native AOT) Aufwand: Minimal Kosten: Pay-per-invocation (sehr günstig für low-traffic) Limits: Cold Starts, 15min max execution time

5. AWS App Runner: Fully managed container deployment (einfachste Option).

Use Case: Einfache Web Apps/APIs, Startups Aufwand: Minimal Auto-Scaling: Eingebaut Limits: Weniger Kontrolle, weniger Konfigurationsoptionen

Architektur-Beispiel: Hochverfügbare .NET-API auf AWS

[Route 53 DNS]
    ↓
[CloudFront CDN] (optional, für statische Assets)
    ↓
[Application Load Balancer]
    ↓
[Auto Scaling Group]
    ├── ECS Fargate Task 1 (.NET API Container)
    ├── ECS Fargate Task 2 (.NET API Container)
    └── ECS Fargate Task N (.NET API Container)
    ↓
[RDS for SQL Server] (Multi-AZ)
    ↓
[ElastiCache Redis] (für Caching/Sessions)

[S3] ← File Storage
[CloudWatch] ← Logs & Metrics
[Secrets Manager] ← Connection Strings, API Keys
[WAF] ← Web Application Firewall

Vorteile von AWS

1. Breadth of Services: AWS bietet 200+ Services. Was immer Sie brauchen, AWS hat wahrscheinlich einen Managed Service dafür.

2. Maturity: Ältester Cloud-Provider (seit 2006). Services sind ausgereift, zuverlässig.

3. Global Infrastructure: 30+ Regions weltweit. Niedrige Latenz für globale User Bases.

4. Pricing Options:

  • On-Demand: Flexibel aber teurer
  • Reserved Instances: 30-70% Savings bei Commitment
  • Spot Instances: Bis zu 90% günstiger für fault-tolerant Workloads
  • Savings Plans: Flexible Alternative zu Reserved Instances

5. Rich Ecosystem: Riesiges Ökosystem von Third-Party-Tools, Tutorials, Consultants.

6. Innovation: AWS führt häufig neue Services und Features ein.

Nachteile

1. Komplexität: Die schiere Anzahl von Services ist überwältigend. Welchen Service für welchen Use Case?

2. Cost Management: AWS-Rechnungen können überraschend hoch sein. Proaktives Cost-Monitoring essentiell.

3. Vendor Lock-in: AWS-spezifische Services (DynamoDB, SQS, etc.) erschweren Migration zu anderen Clouds.

4. Learning Curve: AWS-Zertifizierungen und Training-Investment nötig.

5. Support Costs: Guter Support kostet extra (ab $100/Monat für Developer Plan, $3.000+/Monat für Enterprise).

Cost Optimization Strategies

1. Right-Sizing: Monitoren Sie Ressourcen-Nutzung, downsizen Sie under-utilized Instances.

2. Reserved Instances/Savings Plans: Für vorhersehbare Workloads 1- oder 3-Jahr-Commitments.

3. Auto-Scaling: Scale down in Off-Peak-Times.

4. S3 Lifecycle Policies: Automatisches Tiering zu günstigeren Storage-Classes (S3 Glacier).

5. Use Spot Instances: Für Batch-Jobs, Non-Critical-Workloads.

6. CloudWatch Budgets: Alerts bei Kosten-Überschreitungen.

Hosting auf Azure: Die Microsoft-Cloud für .NET

Azure ist die natürliche Heimat für .NET-Anwendungen mit tiefster Integration in Microsoft-Technologien.

Azure-Services für .NET

1. Azure Virtual Machines: Equivalent zu AWS EC2.

2. Azure App Service: Fully managed PaaS für Web Apps und APIs.

Special Features für .NET:

  • Direkte Publish aus Visual Studio
  • Deployment Slots für Blue-Green-Deployments
  • Easy SSL, Custom Domains
  • Auto-Scaling eingebaut
  • Seamless integration mit Azure DevOps

Use Case: Perfekt für traditionelle Web Apps, besonders ASP.NET

3. Azure Container Instances (ACI): Serverless Containers (ähnlich AWS Fargate).

Use Case: Einfache Container-Deployments, Batch-Jobs

4. Azure Kubernetes Service (AKS): Managed Kubernetes.

Besonderheiten:

  • Control Plane komplett kostenlos (bei AWS/GKE zahlen Sie ~$70/Monat)
  • Azure Monitor Container Insights eingebaut
  • Nahtlose Integration mit Azure Active Directory

5. Azure Functions: Serverless Functions (ähnlich AWS Lambda).

.NET Support: First-class, inklusive Durable Functions für Workflows

6. Azure Container Apps: Newest Service – Kubernetes-powered, aber vereinfacht.

Use Case: Microservices ohne Kubernetes-Komplexität Features: Auto-Scaling to zero, Event-driven, KEDA-based

Architektur-Beispiel: .NET auf Azure

[Azure Front Door] (Global Load Balancer + CDN)
    ↓
[Azure Application Gateway] (Regional Load Balancer + WAF)
    ↓
[Azure App Service] (Multiple Instances, Auto-Scale)
    ├── .NET Web App Instance 1
    ├── .NET Web App Instance 2
    └── .NET Web App Instance N
    ↓
[Azure SQL Database] (Geo-Replicated)
    ↓
[Azure Redis Cache]

[Azure Blob Storage] ← Files
[Azure Key Vault] ← Secrets
[Application Insights] ← APM & Logging
[Azure Monitor] ← Metrics & Alerts

Vorteile von Azure

1. Best .NET Experience: Azure ist von Microsoft gemacht, für Microsoft-Stacks optimiert.

2. Hybrid-Cloud Excellence: Azure Arc: Manage OnPremise + Multi-Cloud als eine Plattform Azure Stack: Azure in Ihrem eigenen Rechenzentrum

3. Enterprise-Ready: Umfangreiche Compliance-Zertifizierungen, Enterprise Support.

4. Active Directory Integration: Seamless Identity Management mit Azure AD.

5. Cost-Effective für Microsoft Shops: Wenn Sie bereits Microsoft-Lizenzen haben, können Sie diese in Azure nutzen (Azure Hybrid Benefit).

6. Developer Tools: Visual Studio, VS Code, Azure DevOps – alle perfekt integriert.

Nachteile

1. Kleineres Service-Portfolio als AWS: Azure ist #2, AWS #1 in Breadth.

2. Historisch weniger stabil: Azure hat in der Vergangenheit mehr Outages als AWS gehabt (verbessert sich).

3. Dokumentation: Teilweise nicht so umfassend wie AWS.

4. Pricing Complexity: Azure-Pricing kann verwirrend sein, besonders für Netzwerk-Traffic.

Azure-Specific Best Practices

1. Nutzen Sie Application Insights: Bestes APM-Tool für .NET, nahtlos integriert:

builder.Services.AddApplicationInsightsTelemetry();

2. Azure Key Vault für Secrets:

builder.Configuration.AddAzureKeyVault(
    new Uri($"https://{keyVaultName}.vault.azure.net/"),
    new DefaultAzureCredential());

3. Managed Identity: Keine Credentials im Code/Config:

var credential = new DefaultAzureCredential();
var blobClient = new BlobServiceClient(
    new Uri("https://mystorageaccount.blob.core.windows.net/"),
    credential);

4. Azure DevOps Pipelines: CI/CD optimal für Azure-Deployments.

5. Kostenoptimierung:

  • Azure Advisor gibt Recommendations
  • Reservations für 1-3 Jahre
  • Dev/Test Pricing für Non-Production

Vergleich und Entscheidungskriterien

Feature-Matrix

Kriterium OnPremise Kubernetes AWS Azure
Initiale Kosten Sehr Hoch Medium-Hoch Niedrig Niedrig
Laufende Kosten Medium Medium Variabel Variabel
Skalierbarkeit Niedrig Sehr Hoch Sehr Hoch Sehr Hoch
Operational Overhead Sehr Hoch Medium-Hoch Niedrig-Medium Niedrig-Medium
Kontrolle Maximum Hoch Medium Medium
Compliance Exzellent Gut Gut Gut
Portabilität N/A Exzellent Niedrig Niedrig
.NET Integration Gut Gut Gut Exzellent
Global Reach Limitiert Abhängig Exzellent Sehr Gut
Innovation Speed Langsam Medium Sehr Schnell Schnell

Entscheidungsbaum

START: Hosting-Entscheidung

1. Haben Sie strikte Data-Sovereignty-Requirements?
   └─ JA → OnPremise oder Hybrid
   └─ NEIN → Weiter zu 2

2. Ist Container-Portabilität kritisch?
   └─ JA → Kubernetes (managed oder self-hosted)
   └─ NEIN → Weiter zu 3

3. Nutzen Sie primär Microsoft-Technologien?
   └─ JA → Azure (App Service oder AKS)
   └─ NEIN → Weiter zu 4

4. Benötigen Sie breitestes Service-Angebot?
   └─ JA → AWS (ECS/EKS)
   └─ NEIN → Azure oder AWS basierend auf Team-Expertise

5. Ist Workload sporadisch/event-driven?
   └─ JA → Serverless (AWS Lambda oder Azure Functions)
   └─ NEIN → PaaS (Azure App Service) oder CaaS (ECS/AKS)

Use-Case-Spezifische Empfehlungen

Startup, Budget-constrained: → Azure App Service (Free/Shared Tier zum Starten) → Später migration zu Containers wenn Skalierung nötig

Enterprise, Microsoft-Shop: → Azure AKS für Microservices → Azure App Service für Monolithen → Hybrid mit Azure Arc für OnPremise-Integration

Enterprise, Heterogen: → AWS EKS → Multi-Region für HA → Reserved Instances für Cost-Savings

High-Compliance, Regulated: → OnPremise mit private Kubernetes → Oder dedizierte Cloud-Tenants (AWS Outposts, Azure Stack)

Global SaaS: → Multi-Cloud (AWS + Azure) mit Kubernetes → Nutze GeoDNS für Region-Routing

Event-Driven, Variable Load: → Serverless (AWS Lambda mit .NET 8 Native AOT) → Auto-scale to zero für Cost-Efficiency

Fazit: Passgenaue Auswahl für nachhaltige Erfolge

Es gibt keine universelle "beste" Hosting-Lösung für .NET-Anwendungen. Die optimale Wahl hängt von Ihren spezifischen Anforderungen, Constraints und Zielen ab.

Key Takeaways:

  1. OnPremise: Wählen Sie OnPremise wenn Kontrolle, Compliance oder langfristige TCO-Optimierung bei konstanter Last Priorität haben. Seien Sie bereit für signifikanten operationalen Aufwand.

  2. Kubernetes: Ideal wenn Portabilität, Multi-Cloud oder Hybrid-Szenarien wichtig sind. Investieren Sie in Kubernetes-Expertise oder nutzen Sie Managed Services (AKS/EKS).

  3. AWS: Die richtige Wahl für breitestes Service-Angebot, globale Reach und wenn Sie bereit sind, AWS-spezifische Skills aufzubauen. Cost-Management essentiell.

  4. Azure: Optimal für Microsoft-zentrische Organisationen. Beste .NET-Experience, exzellente Hybrid-Cloud-Capabilities. Nutzen Sie Azure Hybrid Benefit wenn möglich.

Praktische Empfehlungen:

  • Start simple: Beginnen Sie mit PaaS (Azure App Service, AWS App Runner) wenn möglich. Migrieren Sie zu Containers/Kubernetes wenn Komplexität Mehrwert bringt.

  • Avoid Premature Optimization: Nicht jede App braucht Kubernetes. Manchmal ist einfaches VM-Hosting oder PaaS perfekt ausreichend.

  • Design for Portability: Auch wenn Sie heute nur eine Cloud nutzen, vermeiden Sie unnötige Vendor-Lock-ins. Nutzen Sie Standard-Patterns.

  • Invest in Observability: Egal welche Plattform – umfassendes Monitoring, Logging, Tracing sind essentiell.

  • Automate Everything: Infrastructure as Code (Terraform, ARM Templates, Pulumi) von Tag 1.

  • Continuously Evaluate: Technologie und Preise ändern sich. Was heute optimal ist, kann morgen suboptimal sein. Jährliche Reviews empfohlen.

Die Hosting-Landschaft für .NET-Anwendungen war noch nie vielfältiger und mächtiger. Nutzen Sie diese Vielfalt, um die perfekte Lösung für Ihre spezifischen Bedürfnisse zu finden – und seien Sie bereit, sich mit Ihren Anforderungen zu entwickeln.

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